Medienkonzepte und Datenschutz

Die Schule muss im Rahmen ihrer Aufsichtspflicht dafür sorgen, dass jugendgefährdende und sozialethisch desorientierende Medien nach Möglichkeit nicht aufgerufen werden können. Dies kann auf unterschiedliche Weise geschehen:
  • Im Unterricht genügt i.d.R. die Aufmerksamkeit der anwesenden Lehrkraft, wenn alle Bildschirme einsehbar sind (z.B. Wenn die Rechner in U-Form aufgestellt oder Spiegel angebracht sind).
  • Hilfreich können pädagogische Netzwerke sein, die die Inhalte aller Schülerrechner auf dem Lehrerbildschirm wiedergeben und über die die Lehrkraft jederzeit auf den Schülerbildschirm zugreifen kann, um ihn z.B. schwarz zu schalten.
  • Räume und Zeiten, in denen die Schüler nicht einer ständigen Aufsicht unterworfen sind, müssen durch einen Jugendschutz-Filter gesichert sein.
  • Eine Nutzungsordnung muss den Umgang mit Computern und Internet in der Schule regeln. Verstöße sind deutlich zu ahnden.
Quelle: Medienrecht und Schule 22.02.2017
Akademie für Lehrerbildung und Personalführung Dillingen

Diese Richtlinien der ALP sind gedacht für den Schutz vor jugendgefährdenden Inhalten bzw. Urheberrechtsverletzungen. Nicht berücksichtigt sind (eventuell unbeabsichtigte) Datenfreigaben bzw. Datendiebstahl von Schülergeräten im Rahmen von BYOD (Bring Your Own Device). Wer haftet in welchem Rahmen, wenn durch während der Schulzeit gewonnene Daten Schaden entsteht? Die oben aufgeführten Vorgaben können bei BYOD weder von der Schule noch vom aufsichtführenden Lehrer erfüllt werden, da für Lehrkräfte nicht erkennbar ist, ob der Schüler über das (hoffentlich) abgesicherte Schul-WLAN oder das eigene Datenvolumen online geht. Dies sollte - um die Lehrkräfte zu schützen - bei der Erstellung von Medienkonzepten, welche BYOD vorsehen, berücksichtigt und die Lehrer darauf hingewiesen werden.
Quelle: DSB OAL-KF / Hubert Zecherle